Abschirmtests an RFID-Systemen

Veröffentlicht: 6. März 2012 in Hochschule
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Im Verlauf des letzten Semesters ist eine Arbeit über RFID-Systeme entstanden und wie man sich vor ungewollten Auslesen durch diese schützen kann. Die Überlegung kam auf, da es immer mehr RFID-Systeme in unserem täglichen Leben gibt. Bei uns an der Hochschule gibt es schon seit Jahren einen auf RFID basierten Studentenausweis. Aber nicht nur an der Hochschule gibt es solche Systeme. Eines der bekanntesten Beispiele ist wohl der neue elektronische Personalausweis oder der Reisepass. Beide funktionieren ebenfalls per RFID. An dieser Stelle kam nun die Frage auf: „Wie kann ich mich mit einfachen Mitteln vor ungewollten Auslesen z.B. durch Datendiebe schützen?“.

Dazu habe ich in dieser Arbeit unterschiedliche Materialien untersucht um die Auslesereichweite zu reduzieren. Als RFID-Sytem habe ich das Atmel-Entwicklungskit eingesetzt.

Für die Tests habe ich mir unterschiedliche Materialien besorgt: Aluminium-Folie, Kupferfolie und eine Schutzhülle aus Cryptalloy. Letzteres Material wurde laut Hersteller dazu entwickelt, um das Auslesen von RFID-Transpondern zu erschweren. Aus den Folien habe ich Hüllen gemacht. Außerdem habe ich zusätzlich die Folien vor den Transponder (zwischen Antenne und Transponder) und hinter den Transponder gehalten um zu messen, ob das Material in der Nähe des Transponders bereits eine abschirmende Wirkung besitzt. Die Folien hab ich in den Tests in unterschiedlichen Winkeln und Abständen zur Antenne gebracht und gemessen, wie oft der Transponder ausgelesen werden konnte.

Die Ergebnisse haben mich selbst sehr verblüfft. Wie zu erwarten war, hat das kommerzielle Produkt seine Erwartungen erfüllt und eine sehr gute abschirmende Wirkung gezeigt. Kupfer hatte jedoch ähnlich gute Eigenschaften. Die Aluminiumfolie war nur geringfügig schlechter in meinen Tests.

Mein persönliches Fazit aus diesen Tests lautet: Um sich vor ungewolltem Auslesen durch RFID-Lesegeräte zu schützen, genügt bereits eine Hülle aus Aluminiumfolie um den Transponder. Ein Streifen Aluminiumfolie im Geldbeutel erzielt auch eine erstaunlich gute Wirkung😉

Die Ergebnisse der Arbeit können im Dokument RFID-Abschirmungstests.pdf nachgelesen werden.

Kommentare
  1. Stefan sagt:

    Hallo
    Sie schreiben, dass Aluminiumfolie in der großen Tasche eines Geldbeutels die Auslesereichweite eines Transponders halbieren kann. Welche Funkstrahlung wird mehr durchgelassen 13,56mhz oder 125khz? ePerso(13,56mhz) oder NFC Kreditkarte(13,56mhz) kann doch nicht mit 125khz ausgelesen werden oder? Welche Blechstärke soll Alublech haben um die gleiche Ergebnisse bei 13,56mhz wie Cryptalloy zu erzielen? Ich habe Aludosenblech nur einmal gefaltet und in Geldbörse gelegt. Ich denke 0,2mm Blechstärke sollte gegen die meisten Antennen Abhilfe schaffen.

    MfG
    Stefan

    • mraith sagt:

      Hallo Stefan,

      in meinem Versuchen hatte ich nur ein LF Kit von Atmel zur Verfügung. Das System arbeit mit 125 kHz. Zu Systemen die auf 13,56 MHz arbeiten und welche Funkstrahlung mehr oder weniger durchgelassen wird kann ich keine Aussage treffen.
      Getestet habe ich mit einer im Haushalt verfügbaren Aluminiumfolie. Diese hat typischerweise eine Materialstärke von 10-15 µm.

      Grüße
      Michael

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